Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen

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Kiefergelenke sind mit ihrer Vielseitigkeit als Dreh-Gleit-Gelenke die leistungsfähigsten Knochengebilde im Körper. Sie verbinden das Schläfenbein mit dem Unterkieferknochen und werden durch Muskeln, Sehnen und Bänder gestützt.

Kommt es zu Fehlfunktionen des Kiefergelenks und sind diese mit schmerzhaften Ausläufern verbunden, die den gesamten Kopfbereich, den Nackenbereich, die Schultern und den Rücken einbeziehen, dann spricht man von einer Kiefergelenkserkrankung.

Beispiele für Kiefergelenkserkrankungen sind:

  • Myofasziales Schmerzsyndrom (Muskelschmerzen und Verspannungen im Bereich der Kiefer, durch zu starke Beanspruchung resultierende Muskelermüdung)
  • Kiefergelenkarthritis mit Entzündung der Gelenkinnenhaut
  • Kiefergelenkarthrose mit Verschleiß des Kiefergelenkknorpels sowie des Kiefergelenkknochens, wie beispielsweise durch wiederholtes Einrenken des ausgerenkten Kiefergelenks.
  • Rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem fehlgesteuert reagiert und körpereigenes Gewebe angreift. Es können neben den Kiefergelenken auch andere Gelenke betroffen sein.
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
    Die normalen Bewegungsabläufe sind gestört, was dazu führt, dass sowohl beim Kauen als auch im Ruhezustand einseitige oder beidseitige Kieferschmerzen auftreten. Neben der Druckempfindlichkeit der Kaumuskulatur leiden die Betroffenen unter anderem häufig unter Kopfschmerzen.
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Dr. Stefan Helka

Kiefergelenkserkrankungen können sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Druckschmerz
  • Kieferknacken
  • Kieferschmerzen
  • Ohrenschmerzen, Tinnitus
  • Ruheschmerz und Bewegungsschmerz
  • übermäßige Beweglichkeit des Kiefergelenks
  • Gelenkversteifung
  • Zungenbrennen

Mögliche Auslöser sind:

  • Bruxismus (zu starke Beanspruchung durch Zähneknirschen)
    Das Aufeinanderpressen der Schneide- und Mahlzähne führt mit den Jahren zu Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen.
  • psychische Gründe wie Depressionen und Angststörungen
  • genetische Gründe wie Zahnfehlstellungen oder fehlende Zähne
  • Fehlbiss
    Ein fehlerhafter Kontakt zwischen den Zähnen im Ober- und Unterkiefer (Okklusionsstörung), der die gesamte Funktion des Kauapparates belastet.
  • Verletzungen als Folge eines Unfalls

Behandlung der Kiefergelenkserkrankung CMD

Schätzungsweise 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leiden an behandlungsbedürftiger craniomandibulärer Dysfunktion, und das hat weitreichende Folgen.

Typische CMD-Beschwerden und mögliche Begleitsymptome sind:

  • Angststörungen
  • chronische Kopfschmerzen, Migräne
  • Kieferschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Kiefergelenkknacken
  • Depressionen
  • Rückenschmerzen
  • Nackenverspannung
  • Ohrenschmerzen, Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • Schulterschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Sprachprobleme
  • Zähneknirschen

Aufgrund der vielfältigen Symptomatik kann sich der Weg zur richtigen Diagnose schwierig gestalten. Werden schließlich entsprechende Funktionsstörungen des Kausystems festgestellt, erfolgt häufig eine Schienentherapie mit einer Okklusions- oder Aufbissschiene. Die Zahnschiene entlastet die Kiefergelenke, was zur Entspannung der Kau- und Kopfmuskulatur führt und somit auch zur Schmerzreduktion.

Oft ist die Ursache für die Fehlfunktion des Kiefergelenks nicht ersichtlich. In solchen Fällen hilft die CMD-Funktionsanalyse beim Zahnarzt, vorhandene Störfaktoren des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur oder der Zahnkontakte zu erkennen. Handelt es sich um eine craniomandibuläre Dysfunktion, ist eine ganzheitliche Therapie erforderlich, die je nach Krankheitsursache Unterstützung aus bestimmten medizinischen Fachbereichen benötigt wie beispielsweise der Osteopathie, Kieferorthopädie, Physiotherapie, Logopädie und der Psychotherapie.

Was kosten Aufbissschienen?

Die Preise können zwischen mehreren Hundert Euro und einem vierstelligen Betrag variieren, je nach Zahnstellungsbefund.

Welche Kosten sind mit einer CMD-Behandlung verbunden?

Feste Planungsgrößen sind hierbei nicht möglich, da sich die Anforderungen nach den zu korrigierenden Gegebenheiten der Patienten richten und daher bei jeder Behandlung unterschiedlich ausfallen. Die Dauer einer CMD-Behandlung kann zwischen 3 und 24 Monaten betragen und mehrere Tausend Euro kosten.

Was zahlt die Krankenkasse bei Kieferschmerzen in Verbindung mit CMD?

Wer eine CMD-Behandlung benötigt, sollte sich bezüglich der zu erwartenden Gesamtkosten ausführlich informieren, denn die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht immer und wenn doch, dann allerdings nicht unbedingt den Gesamtbetrag.

Die Krankenkasse zahlt die:

  • Erstuntersuchung beim Zahnarzt
    Hierzu gehören Tätigkeiten, die „nach Regeln der zahnärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig sind“ wie die Röntgenleistungen.

Weiter zahlt sie die Herstellung einer vertragszahnärztlichen Aufbissschiene wie die:

  • Individuelle adjustierte Aufbissschiene
    Bei der adjustierten Aufbissschiene handelt es sich um die aufwendigere Schienenart, da hier sowohl die Bewegungen des Unterkiefers als auch diejenigen der Gelenke erfasst und entsprechend berücksichtigt werden müssen.
  • Spezielle Aufbissschiene, die alle Aufbissflächen bedeckt
  • Miniplastschiene mit individuell geformtem Kunststoffrelief

Bei Kindern und Jugendlichen werden die Kosten für die CMD-Behandlung übernommen, allerdings nur ab der Kieferindikationsgruppe 3 (KIG 3) in Form der Regelversorgung und auch nur für Patienten bis zum Ende des 17. Lebensjahres.

Die KIG 3 steht für schwerwiegende Zahnfehlstellungen und/oder Kieferfehlstellungen, deren Behandlung aus medizinischen Gründen notwendig ist. Da die gesetzlichen Krankenkassen nur den Regelsatz bezahlen, müssen die jungen Patienten oder ihre gesetzlichen Vertreter für etwaige Mehrkosten selbst aufkommen.

Haben die Patienten bereits zu Beginn der Behandlung das 18. Lebensjahr vollendet, gehören Untersuchungen, die über die Erstuntersuchung hinausgehen, gemäß § 28 Abs. 2 SGB V zu den Privatleistungen.

Anders sieht es bei den privaten Krankenkassen und den Zahnzusatzversicherungen aus. Hier erfolgt – je nach Tarif – eine gewisse Beteiligung an den CMD-Behandlungskosten.

Nicht von der Krankenkasse bezahlt werden:

  • die klinische Funktionsanalyse
    Hierbei handelt es sich um die manuelle Untersuchung durch Abtasten der Kau-, Gesichts- und Kopfmuskulatur sowie der Kiefergelenke. Weiterhin wird getestet, ob eine Kiefersperre besteht oder ob es Einschränkungen beim Kauen gibt.
  • die instrumentelle Funktionsanalyse
    Neben den Abdrücken von Ober- und Unterkiefer für die Kiefermodelle werden mithilfe des Gesichtsbogens Messdaten für ein exaktes Modell gewonnen. Mit diesem Modell kann der Kausimulator natürliche Kaubewegungen nachvollziehen. Stellen sich dabei Störungen im Bewegungsablauf heraus, wird der Behandlungsplan entsprechend abgestimmt.
  • die funktionelle Aufbissschiene für die Fehlbisskorrekturen

Gut zu wissen

Die Schienentherapie ist vor allem bei der craniomandibulären Dysfunktion ein Segen für viele Betroffene. Wurde die Schiene allerdings schlecht geplant, kann sie ihren eigentlichen Zweck verfehlen und so dazu beitragen, dass sich die Kiefergelenkstörungen verfestigen oder verstärken.

Häufig verhindern auch wechselseitige Beziehungen die Wirksamkeit der Schienentherapie. Beispielsweise kann es durch den fehlenden Kontakt zwischen den Zähnen des Unter- und Oberkiefers zu anhaltenden Schmerzen mit eingeschränkter Beweglichkeit und Muskelschwäche kommen.

Werden die chronischen Schmerzen durch Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose, Fibromyalgie oder ein Schädel-Hirn-Trauma ausgelöst, ist eine Schienentherapie nur bedingt hilfreich.

Wenn Schienen im Mund zerbrechen, besteht ein gewisses Risiko, dass Schienenteile verschluckt oder sogar eingeatmet werden.

Ein ebenfalls wesentlicher Punkt bei der Schienentherapie ist die Hygiene. Wenn sich Bakterien und Verschmutzungen ansammeln, beschädigt das die Zahngesundheit nachhaltig.

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